Werten, Bewerten, Beurteilen, Verurteilen
Etwas „werten“, etwas „bewerten“, d.h. etwas nach den eigenen Werten einzuordnen.
Das bedeutet, wir haben Werte und wir legen diese eigenen Werte als Maßstab für unser eigenes Handeln und für unser eigenes Leben zugrunde. Das ist gut, wenn es für unser eigenes selbstverantwortliches Handeln ist, was wir hier bewerten.
Andere Menschen haben andere Werte. Sie haben gute Gründe, Überzeugungen, Erfahrungen und vieles andere, das bei Ihnen zu diesen Werten geführt hat.
Darf ich das Handeln eines anderen Menschen nach meinen Wertmaßstäben bewerten?
Wenn ich bewerte, dann bewerte ich immer aus meiner subjektiven Perspektive, d.h. nach meinen subjektiven Glaubenssätzen, subjektiven Erfahrungen und subjektiven Erwartungen.
Das entscheidende Wort ist hier „subjektiv“. Ich kann nur dann richtig bewerten, wenn meine subjektive Meinung eine allgemein gültige Wahrheit repräsentiert. Das erscheint mir unwahrscheinlich.
Ich kann also immer nur eine subjektive Meinung äußern.
Aber wenn etwas bewertet werden soll, das sich nicht auf mein persönliches Leben bezieht, dann kann ich nur fragen, wie er das findet. Es ist ausschließlich der Andere, der das bewerten kann.
Dabei ist es gleichgültig, ob es sich um ein Ziel, eine Handlungsalternative, das Verhalten des anderen Menschen, oder was auch immer handelt.
Beurteilen kann also nur der Andere.
Damit kann und darf ich die Ziele, Handlungsweisen, Wünschen, Meinungen, etc. eines Anderen also weder werten, noch beurteilen, noch verurteilen.
Eine subjektive Meinung habe ich meistens. Diese rechtfertigt jedoch kein Urteilen und insbesondere kein Verurteilen der subjektiven Meinung eines Anderen.
